Sechster Heatball Newsletter Kulturhauptstadt Essen 2010, 2011-09-01

Hallo Heatball Unterstützer,

wie sicherlich vielen schon bekannt ist, haben wir unsere Klage gegen die Beschlagnahmung der Heatballs im ersten Anlauf beim Verwaltungsgericht in Aachen verloren.

Wir haben mit diesem Newsletter etwas gewartet, bis die schriftliche Begründung eingetroffen war und wir uns überlegt hatten, wie es nun weiter geht. Außerdem ist der 1.9.2011 auch ein gutes Datum, wir trauern um die 60 Watt Glühbirne

Nachdem wir den Aachener Beschluss genauer studiert hatten, haben wir uns entschieden, eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einzulegen. Im Kern geht es darum, dass das wesentliche an Heatball gar nicht beachtet worden ist. Heatball ist immer eine begrenzte Satire Aktion gewesen und kein wirkliches Produkt oder Geschäftsmodell, was bekannt aber wegen der großen politischen Bedeutung nicht gewichtet wurde. Wir hoffen, dass die Richter in Münster nicht ebenfalls eine satirische Protestaktion verbieten werden. Wir müssen ansonsten fürchten, dass bald auch der Karneval in Köln verboten wird, wenn er sich über die EU lustig machen sollte.

Der Schriftwechsel zu diesem Thema befindet sich nun auch auf www.heatball.de im Aktionsverlauf.

Wir wissen nicht, ob wir die Aktion mit 75 Watt und 100 Watt Heatballs jemals abschließen dürfen, daher haben wir uns entschieden, die 2nd Edition mit 60 Watt klar auszuliefern. Wir haben noch rechtzeitig Heatballs mit der dafür erteilten Zollnummer eingeführt und dürfen diese nun aus dem Lager verkaufen.

Wir bitten an dieser Stelle unsere Unterstützer, den Shop zu besuchen und uns zu helfen das mitlerweile große finanzielle Loch etwas zu verkleinern, was die Gerichts- und Rechtsanwaltskosten gerissen haben.

Am 14.9 ist die Premiere des Dokumentarfilms "Bulb Fiction" in Wien und am 16.9 der Kinostart in Österreich. Wir hatten im letzten Newsletter über den Film berichtet, es gibt nun Trailer im Netz, siehe:

http://www.bulbfiction-derfilm.com

Der Film wird gegen Mitte Oktober dann auch nach Deutschland kommen. Je mehr Leute den Film anschauen, um so länger wird er in den Kinos bleiben und um so größer wird seine Wirkung sein. Also wichtig ist:

Weitersagen und ins Kino gehen!

In der Politik wächst langsam auch die Einsicht, dass man mit der Ermächtigung der Kommission ohne parlametarische Kontrolle einen Fehler gemacht haben könnte. Es ist ja auch schwer für einen Politiker, erst beschwert man sich über die politikmüden Bürger, dann überläßt man die Gesetzgebung den Interessenvertretern der Industrie in Brüssel, dann muss man das Ergebnis verkaufen, ohne jemals darüber debattieren zu können und wenn nichts mehr geht muss man auch noch unbeschadet eine 180 Grad Wende hinbekommen.

Wir brauchen mehr lebendige Demokratie in Europa, die Menschen in Europa sind Europäer und haben auch ein Recht auf ein politisches Europa und nicht auf eine EU-Verwaltung, die ein Zusammenwachsen der Menschen und damit ein politisch geeintes Europa torpediert.

Unsere kleine Satire mit dem Heatball hat viele Dinge ans Licht gebracht und wird hoffentlich einen guten Abschluss finden, spätestens, wenn ein suveränes Europa gelernt hat, über sich selbst zu lachen.

Grüße aus dem vorherbstlichen Rheinland

R. Hannot und S. Rotthäuser


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